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Studienreise nach Andalusien |
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Tagebuch zur Exkursion vom 11.07.-18.07.2008 |
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Begleitet von Prof. Scherer und dem wissenschaftlichen
Mitarbeiter Björn Brosch nahmen 15 Studierende an der
Studienreise nach Andalusien im Süden Spaniens teil. So
besichtigten die Studierenden unter anderem das
Solarturmkraftwerk der spanischen Testanlage Plataforma Solar
und die Universität von Sevilla und besuchten die
weltberühmten Gärten von Al Hambra. Lesen Sie hier das
Tagebuch zur Exkursion vom 11.07.-18.07.2008.

1. Tag: Sevilla
Der erste Tag unserer Exkursion nach
Spanien begann zu einer recht unüblichen Zeit. Da die
Abflugszeit zu unserem Leidwesen kurzfristig geändert worden
war, war der Treffpunkt am Meeting Point im Düsseldorfer
Flughafen schon auf 5 Uhr angesetzt worden, was unweigerlich
bedeutete, dass der Wecker schon um kurz nach 3 Uhr klingelte.
Nachdem im Flughafen die Müdigkeit mit Kaffee vertrieben
worden war, das Gepäck aufgegeben und die
Sicherheitskontrollen überwunden waren, hob der Flieger ein
wenig verspätet um 7 Uhr Richtung Sevilla ab.
Während des Fluges konnte uns ein
lieblos belegtes Sandwich als Frühstück und ein viel zu kurz
geratenes Unterhaltungsprogramm die Vorfreude auf das nicht
nehmen, was uns dann auch um 10 Uhr in Sevilla erwartete:
Sonne, Hitze und Sommer. Mittels Bus erreichten wir um 12 Uhr
die Jugendherberge in Sevilla, wo es nach dem Belegen der
Zimmer – ausgestattet mit schönem Balkon – direkt weiter zur
Universität von Sevilla ging.

In der Universität trafen wir uns um 14
Uhr mit dem Leiter des Instituts für Automatisierung und
Robotik, namens Carlos Bordos Alba. Bei seiner Führung zeigte
er uns das Forschungslabor des Automatisierungsbereichs mit
Industrierobotern, automatisierten Modellhelikoptern ebenso
wie das Verfahrensschema der auf dem Dach installierten
Absorptions-Kältemaschine (Leistung 45 kW). Zudem besichtigten
wir einen auf dem Uni-Gelände stehenden Parabolspiegel
(Leistung 10 kW).

Nachdem wir uns in der Mensa gestärkt
hatten, folgte eine Busrundfahrt durch Sevilla, unter anderem
vorbei an dem alten Expogelände von 1992, der Stierkampfarena,
der Kathedrale, dem Palast von Sevilla und dem Hauptsitz der
Universität, der sich in einer alten Tabakfabrik befindet.
Die Rundfahrt endete um halb vier an
einem Supermarkt in der Nähe der Jugendherberge, wo wir
Proviant für den Abend und den folgenden Tag kaufen konnten.
Bis 17:30 gab es Gelegenheit, auf den Zimmerbalkonen der
Jugendherberge ein wenig auszuspannen, um anschließend
zusammen in die Innenstadt zu laufen. Dabei führte uns der Weg
über den Park „Parque de María Luisa“, in dem sich unter
anderem ein Platz befindet, auf dem sich ausschließlich weiße
Tauben aufhalten, vorbei am spanischen Palast, „Plaza de
España“, an dem wir schon zuvor während der Busrundfahrt
vorbei gefahren waren, durch das Hauptgebäude der Universität
mit dem Namen „Fabrico de Tabaco“ und vorbei am Alcazár-Palast
in das Altstadtviertel von Sevilla, dem „Barrio Santa Cruz“.
Dieses befindet sich in der Nähe der Kathedrale und dem
Alcazár und besteht aus vielen engen Gassen und weißgekalkten
Häusern. Nachdem wir uns dort in einer Bar mit dem in
Andalusien verbreiteten Getränk „Tinto del Verano“ – ein
Gemisch aus Rotwein und Zitronenlimonade - gestärkt hatten,
ließen wir den Abend in einer Tapas-Bar nahe der Kathedrale
ausklingen. Danach trennte sich die Gruppe, ein Teil kehrte
noch in eine in der Nähe der Tapas-Bar gelegene Flamenco Bar
ein, während die andere Hälfte der Gruppe den Heimweg antrat.
2. Tag: Über Ronda nach Málaga
Die Vorfreude am Morgen des zweiten
Tages auf ein leckeres Frühstück war zu dem Zeitpunkt
verflogen, als der Esssaal der Jugendherberge betreten wurde.
Wer ein reichhaltiges Angebot erwartet hatte; wurde kurzerhand
enttäuscht, da es lediglich die weißesten aller Weißbrötchen
in Kombination mit einer Pfirsichmarmelade gab. Kein Nutella,
keine richtigen Brötchen, nichts. Dementsprechend starteten
wir mehr oder weniger gesättigt mit dem Bus um 9 Uhr zur
zweieinhalbstündigen Fahrt nach Ronda. Dort folgte ein
Rundgang über die auf einem Felsplateau gelegene Altstadt von
Ronda, vorbei an der Stierkampfarena, der Kirche „Santa
Maria“, den arabischen Bädern und den drei Brücken, die über
die Schlucht zwischen Altstadt und dem neuerem Teil von Ronda
führen.

Nach der Beendigung des Rundgangs führte
uns die weitere Fahrt mit dem Bus nach Málaga, der
zweitgrößten Stadt in Andalusien nach Sevilla, wo wir um 16:30
ankamen. Da aus unerklärlichen Gründen das dortige Hotel keine
Buchung für unsere Gruppe erhalten hatte, warteten wir
zunächst eineinhalb Stunden im Bus, bis alle Formalitäten
geklärt waren. Aus dem hinteren Teil des Busses wurde dabei
entrüstet angekündigt, nach der Rückkehr in Deutschland
rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Nachdem schließlich die
Hotelzimmer belegt werden konnten, fuhren wir mit dem
öffentlichen Nahverkehr um 20 Uhr in Richtung Innenstadt von
Málaga, um dort den Abend zunächst in einer Tapas-Bar und
anschließend auf einem öffentlichen Platz in der Innenstadt
ausklingen zu lassen, wo sich die Jugendszene Málagas
üblicherweise und auch an jenem Abend traf. Es wurde spät.
3. Tag: Almería
Obwohl der Bus erst um 10 Uhr weiter
nach Almería fuhr, begann der dritte Tag eigentlich viel zu
früh, aber wer raus muss, muss raus und außerdem warteten
weiße Brötchen und Pfirsichmarmelade als Frühstück. Nach einer
dreistündigen Busfahrt entlang kurvenreicher Küstenstraßen und
großflächiger Gewächshäuser erreichten wir schließlich Almería.
Da sich der Busfahrer nicht an die Weganweisungen seines
Navigationsgerätes halten wollte – was während der folgenden
Busfahrten in den nächsten Tagen noch öfters vorkommen sollte
– steckte der Bus zunächst in einer kleinen Seitenstrasse
fest, bevor das Hotel erreicht war. Während aus dem hinteren
Teil des Busses schon wieder gepredigt wurde, dass nach der
Rückkehr rechtliche Schritte geprüft werden würden, machten
sich die praktisch orientierten Mitglieder der
Exkursionsgruppe daran, das im Weg stehende Auto von der
Straße auf den Bürgersteig zu heben, verfolgt von zahlreichen
neugierigen Spaniern. Resultat dieser Aktion war zwar die
schreiende Alarmanlage des Autos, positiv war allerdings, dass
so der Weg zum Hotel für den Bus wieder frei war.
Angekommen im Hotel, dessen Personal
sichtlich überrascht über unsere frühe Ankunft war und deshalb
die Zimmer noch nicht gereinigt hatte, brachen wir um 14 Uhr
in Richtung Strand auf. Dort angekommen wurde zunächst eine
Tapas-Bar an der Strandpromenade besucht, um den aufkommenden
Hunger zu stillen, um danach den restlichen Mittag und
Nachmittag am Strand und im Meer zu verbringen. Unbestrittenes
Highlight dieses Tages war eine Beach-Soccer-Partie mit den
Spaniern. Allerdings konnte sich das deutsche Exkursionsteam
gegen die technisch versierten Spanier nicht durchsetzen und
verlor mit 8:6. Drei blutende Knie auf deutscher Seite
sprachen allerdings für den aufopferungsvollen Einsatz.

Der Strandaufenthalt endete gegen 21 Uhr
mit dem Rückweg zum Hotel, den späteren Abend ließ man wieder
in einer Tapas-Bar in der Nähe des Hotels ausklingen.
4. Tag: Über die Plataforma Solar nach Granada
Der vierte Tag unserer Exkursion begann
so früh, dass an diesem Morgen aufgrund überwältigender
Müdigkeit sogar mit Schlafkleidung geduscht wurde. Zudem
begann dieser Tag mit einem Wetterphänomen, welches wir in
Spanien so eigentlich nicht erwartet hatten: Regen. Ebenso wie
für uns, war der Regen auch für die Spanier mehr als unüblich,
weshalb selbst die Nachrichten später über das seltene
Naturschauspiel berichten sollten. Nach einem
Weißbrötchen-Pfirsichmarmelade-Frühstück begann um 9 Uhr die
knapp einstündige Fahrt zur Meerentsalzungsanlage. Dort
folgte, nachdem zunächst eines der Gruppenmitglieder im
Gepäckraum des Busses eingesperrt worden war, ein
eineinhalbstündiger Vortrag mit anschließender Führung über
die Anlage, abgeschlossen von einer Trinkprobe des frisch
entsalzenen und gefilterten Meerwassers, wobei die
zahlreichen, innerhalb der Anlage aufgehängten
Totenkopfschilder für ein mulmiges Gefühl beim Trinken
sorgten.

Um kurz nach 12 brachen wir in Richtung
der spanischen Testanlage Plataforma Solar in der Provinz
Almería auf. Da der Busfahrer sich mal wieder nicht an die
Ratschläge des Navigationsgerätes halten wollte, fuhren wir
dabei zunächst anstatt auf der Autobahn neben der Autobahn auf
einer Straße, die für Reisebusse eindeutig nicht ausgelegt
war. Nach einem Zwischenstopp an einem Roadhouse kurz vor der
Anlage wurden wir an unserem Zielort von einem Mitglied des
DLR, namens Holger, empfangen. Holger führte uns über die
gesamte Anlage, die unter anderem mehrere Parabolrinnen,
Dish-Styrling-Systeme und das Solarturmkraftwerk beinhaltet,
welches aufgrund des schlechten Wetters bedauerlicher Weise
ausgeschaltet war.

Nach der zweieinhalbstündigen Führung
über das Gelände der Plataforma Solar brach das Exkursionsteam
mit dem Bus in Richtung Granada auf, Ankunft war dort um kurz
nach 18 Uhr. Nach dem Check-In im Hotel führte uns die
geplante Abendgestaltung um 19 Uhr auf den Weg in die Altstadt
von Granada, um von dem dort liegenden Aussichtspunkt die Al
Hambra wie auch die Skyline der Stadt mit den dahinter
beginnenden Gebirgen der Sierra Nevada zu bestaunen. Danach
folgte der Besuch einer Tapas-Bar in der Nähe unseres Hotels.
Ausklang fand der Tag auf dem großräumigen Balkon des Zimmers
407, wobei fehlende Stühle und Tische kurzerhand vom Balkon
der nächst höheren Etage besorgt wurden; auch das
Flurequipment des Hotels steuerte einige Stühle bei. Nach der
Begegnung mit Roger‑Stadt und Roger‑Strand, der Beschwerde von
Zimmer 307 und den Nachbarn wurde die Feier zunächst in das
Zimmer 407 verlegt, um im Verlauf des späteren Abends die
nächstgelegene Disco aufzusuchen. Es wurde abermals recht
spät.
5. Tag: Granada – Al Hambra
Der 5. Tag begann zunächst alles andere
als optimal. Zum einen erhielten wir eine Beschwerde der
Hotelleitung aufgrund der erhöhten Lautstärke in der
vergangenen Nacht, zum anderen wurde klar, dass ein
Gruppenmitglied sein Handy am vorherigen Abend in der Disco
verloren hatte und deshalb während der vergangenen Nacht damit
beschäftigt war, dieses wiederzubeschaffen, allerdings
letztlich aufgrund Erfolglosigkeit dieses sperren lassen
musste.
An diesem Tag war die Besichtigung der
Al Hambra geplant, wir brachen um 9 Uhr morgens auf. Dabei
stand um 10 Uhr zunächst die Besichtigung der neben der
Festungsmauer der Al Hambra liegenden Gärten - „Generalife“
genannt - auf dem Tagesplan. Danach folgte die Besichtigung
der Festungsanlage selbst, unter anderem bestehend aus der
Zitadelle „Alcazaba“, den Nasridenpalästen „Palacios Nazaries“
und dem Palast Karls des Fünften.

Die Besichtigung der Festungsanlage
endete um 14 Uhr; danach entließ die Exkursionsführung die
Gruppe, so dass jeder den Nachmittag und frühen Abend selbst
gestalten konnte. Dabei suchte ein Teil der Gruppe die schon
am Vortag besuchte Aussichtsplattform in der Altstadt Granadas
auf, während wiederum ein anderer Teil im Hotel Siesta hielt.
Um 20 Uhr traf sich das Exkursionsteam
auf der Aussichtsplattform der Altstadt, um in einer dort nahe
liegenden Tapas-Bar „El Mirador“, von der aus man auf die
angestrahlte Al Hambra blicken konnte, den Abend zu
verbringen.

6. Tag: Über Puertollano nach Cordoba
Der 6. Tag unserer Exkursion begann um
kurz vor 8 Uhr mit einem Luxus-Weißbrötchen Frühstück, da man
diesmal neben der altbekannten Pfirsichmarmelade auch
Tomatenmus als Brotaufstrich auswählen konnte. Nach dem
Frühstück startete der Bus um kurz vor 9 Uhr in Richtung
Puertollano, Ankunft war um 12:30 Uhr. Die Besichtigung des in
Puertollano liegenden Kohlevergasungskraftwerks begann
zunächst mit einem einstündigen Vortrag eines auf der Anlage
arbeitenden Ingenieurs über die technischen Strukturen, Daten
und Fakten. Dieser begleitete uns auch auf der folgenden
Rundfahrt mit dem Bus über das Gelände der
Kohlevergasungsanlage und beschrieb die einzelnen
Bestandteile der Anlage. Der Ausstieg und die Besichtigung der
innerhalb der Gebäude liegenden technischen Anlagen waren
bedauerlicher Weise nicht gestattet.

Um 14:30 Uhr brachen wir mit dem Bus in
Richtung Cordoba auf. Nachdem wir auf der Fahrt zunächst einen
umgekippten Betonmischer passierten und der Busfahrer aufgrund
erhöhter Geschwindigkeit innerhalb einer Baustelle um 150 €
ärmer war, erreichten wir Cordoba gegen halb sechs. Den Abend
verbrachten wir zunächst mit der Besichtigung der Mezquita,
wobei der Eintritt nur läppische 8 € betrug und deshalb einige
nicht abgeneigt waren, nach der Rückkehr rechtliche Schritte
zu prüfen. Erst nach der Besichtigung erfuhren wir, dass
morgens die Besichtigung der Mezquita von halb 9 bis 10 Uhr
umsonst ist.

Der Abendplanung sah nichts zwingendes
mehr vor, weshalb sich die Exkursionsgruppe nach der
Plünderung eines Kioskkühlschranks um 10 Uhr (nach 10 Uhr ist
der Verkauf von Bier in Geschäften verboten) auf die
Innenstadt, Hotel und die in der nahe liegende römische Brücke
verteilte. Zu später Stunde fand man dann noch in einer Bar
mit Dachterrasse in der Nähe des Hotels zusammen.
7. Tag: Sevilla
Da unser Exkursionsleiter seinen
Schlüssel in Almería verloren hatte und deshalb schon früh
morgens mit einem Leihwagen dorthin fahren musste, fuhren wir
am letzten Tag unserer Exkursion erst um 11 Uhr, also
verhältnismäßig spät, zurück nach Sevilla. Als Unterkunft
diente dabei die gleiche Jugendherberge wie am ersten Tag. Die
Gestaltung des Mittags und Nachmittags war jedem selber
überlassen, wobei sich einige die Kathedrale in der Altstadt
Sevillas anschauten und andere in der Jugendherberge Siesta
hielten. Gegen Abend und mit dem zurückgekehrten
Exkursionsleiter besuchten wir nochmals die Tapas-Bar, die wir
schon am ersten Tag besucht hatten, da hier das Essen
besonders gut geschmeckt hatte. Danach besuchten wir noch ein
in der Nähe liegendes, beliebtes Studentencafe. Es wurde
abermals spät, bevor wir am nächsten Tag morgens ein wenig
missmutig zurück nach Düsseldorf flogen.
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